Club der toten Maler

Der Herausgeber

Ich gehe. Die Maler schauen.

Raf Beuy, Herausgeber des Club der toten Maler
Raf Beuy, Berlin

Paul Klee ist seit über achtzig Jahren tot. Trotzdem ist er letztes Jahr wieder durch Bern gegangen — am Zytglogge vorbei, über die Kirchenfeldbrücke, bis zu seinem eigenen Grab — und hat sich die ganze Zeit beschwert.

So hat das angefangen. Ich heiße Raf Beuy, und der Club der toten Maler ist das, was daraus geworden ist: Ich schicke verstorbene Maler zurück in ihre Städte und lasse sie anschauen, was wir seit ihrem Abschied gebaut haben. Die Handelsketten in ihren alten Ateliers. Die Touristen, die ihre Gedenktafeln fotografieren. Das Licht, das sie malten, wie es heute von Glasfassaden abprallt.

Kawoom Press ist ein Ein-Mann-Verlag in Berlin. Ich wähle die Paarungen aus Stadt und Maler, schreibe die Texte und stehe in jeder Stadt selbst, bevor sie in den Umschlag kommt — das ist die einzige Regel, und sie ist nicht verhandelbar. Deshalb wird der Katalog nie vollständig sein. Entwürfe gehen vorher an ein paar befreundete Gestalter und Künstler. Meistens haben sie recht.

Dann wird gefaltet, kuvertiert und von Berlin aus verschickt. Einmal im Monat, als flacher Umschlag, ohne Account und ohne Feed. Der Maler erzählt dir seine Stadt, ich schreibe dir einen Brief dazu — was mir dort passiert ist, und warum ausgerechnet dieser Maler sie sehen sollte.

Der Rest ist Gehen. Wer will, nimmt die Karte in die Hand und läuft die Route selbst.

— Raf Beuy
Kawoom Press · Berlin
„Eine Linie ist ein Punkt, der spazieren geht.“